NICHT ESSEN: In REWE Bio ´TK 6-Kräuter´ Keime des Darmbakteriums ´Escherichia Coli´ (STEC / VTEC) nachgewiesen

ÖKO SERVICE REWE Rückruf 6-Kräuter (TK) Die Firma Öko Service GmbH (Hilter a. T. W./NI) ruft eine bestimmte Charge einer Tiefkühl-Kräutermischung aus dem Eigenmarkensortiment von Rewe (Zentrale: Köln/NW) zurück. "Grund für den vorsorglichen Rückruf der betroffenen Charge ist: In einer Probe wurden Keime des Darmbakteriums » Escherichia Coli (STEC/VTEC) nachgewiesen." Betroffen ist das TK-Produkt der Marke "REWE Bio" mit der Bezeichnung "6-Kräuter | Fein gehackt und gut streufähig | Erntefrisch tiefgefroren aus deutschem Bio-Anbau" (» EAN: 4 388844 006539) in der 50 g-Faltschachtel mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) "07.2022" und der Chargennummer "L1189F33". Regionale Besonderheiten sind der Pressemitteilung nicht zu entnehmen, was für eine bundesweite Betroffenheit spricht. Das Unternehmen hat - eigenen Angaben zufolge - umgehend reagiert und das betroffene Produkt unmittelbar aus dem Verkauf nehmen lassen. Von einem Verzehr wird dringend abgeraten, da eine Gesundheitsgefährdung nicht mit abschließender Sicherheit ausgeschlossen werden kann. KundInnen können betroffene Ware im jeweiligen Markt zurückgeben und bekommen den Kaufpreis erstattet, auch ohne Vorlage des Kassenbons. Fragen beantwortet der Kundenservice / eine "Hotline" telefonisch unter der Rufnummer 0 82 52 / 9 16 97 45 (Werktags: 8-17 Uhr) oder schriftlich per E-Mail an kundenservice(at)oekoservice-gmbh.de. Es wird ausdrücklich bestätigt: "Von dieser vorsorglichen Maßnahme sind Produkte mit anders lautenden Mindesthaltbarkeitsdaten und Chargen nicht betroffen." Für die entstehenden Unannehmlichkeiten entschuldigt sich die Öko Service GmbH ausdrücklich. Anbieter informiert verbraucherfreundlich!Es wird beschrieben: Das Darmbakterium "kann zu einer Durchfallerkrankung, Übelkeit und Bauchkrämpfen führen. Verbraucher, die das obenstehende Produkt verzehrt haben und an den beschriebenen Symptomen leiden, werden gebeten, unverzüglich einen Arzt zu konsultieren" (Bildquelle: Öko Service GmbH).
» www.oekoservice-gmbh.de | » www.rewe.de | » Weitere Informationen im PDF-Format

 


Update zur Verdeutlichung des "Freitagsproblems" der Behörden


Weder die Öko Service GmbH noch Rewe machen in ihren Veröffentlichungen regionale Einschränkungen. Da entsprechende Angaben, sollte es diese geben, bei Rewe erfahrungsgemäß üblich wären, sollte in diesem Fall mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von einer bundesweiten Betroffenheit auszugehen sein.

Stand: Sa, 09.10.21 - 16:45 Uhr:
24 Stunden nach Beginn der öffentlichen Rückrufaktion haben zwar die sieben Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Thüringen auf dem amtlichen Portal "lebensmittelwarnung.de" ihre Betroffenheit erklärt. Es fehlen jedoch noch Meldungen der neun Bundesländer Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Für VerbraucherInnen aus diesen Bundesländern bedeutet das "nicht betroffen"; denn insb. dann, wenn sie sich auf dem Portal (unter Nutzung der angebotenen Filterfunktion) nur die für ihr Bundesland relevanten Meldungen anzeigen lassen, erhalten sie keinerlei Information. Auch Medien lassen die nicht als betroffen benannten Bundesländer in ihren Meldungen oftmals außen vor und / oder berichten in diesen Regionen erst gar nicht. Probleme, die es bereits seit 2011 (= Start "lebensmittelwarnung.de") gibt, unzählige Male aufgezeigt wurden und dennoch immer noch hartnäckig ignoriert werden.

 

Meldestand 09.10.2021 - 16:45 Uhr

 

Wissenswert (was selbst die Behörden schreiben): "Nach der Stellungnahme Nr. 009/2018 des BfR vom 19. April 2018 sind alle VTEC/STEC als potentielle Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) anzusehen. Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) gehören zu den wichtigsten lebensmittelassoziierten Enteritiserregern. EHEC können neben gastrointestinalen Symptomen die nach einer Inkubationszeit von 1–8 Tagen auftreten, auch postinfektiöse Syndrome wie z. B. das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) hervorrufen." Dazu muss man wissen: Das » hämolytisch-urämische Syndrom verläuft zu ca. 5% tödlich. 20–25% der Erkrankten entwickeln eine akute oder chronische Niereninsuffizienz, die eine Nierentransplantation erforderlich macht.

Stand: So, 10.10.2021 - 16:45 Uhr:
2 Tage später: Trotz mglw. lebensbedrohlicher Konsequenzen für betroffene VerbraucherInnen keinerlei Fortschritt im behördlichen Meldewesen erkennbar.

Stand: Mo, 11.10.2021 - 16:45 Uhr:
Tag 3: Im Laufe des Tages haben nun auch die neun säumigen Bundesländer Zeit gefunden, sich als "betroffen" einzutragen. Wie viele VerbraucherInnen durch diese (vermeidbare) Verzögerung zu gesundheitlichen Schäden gekommen sind, wird wohl nie zu erfahren sein. Dass diese aber durch die immer wiederkehrenden Untätigkeiten offensichtlich billigend in Kauf genommen werden, ist bezeichnend.

 

"Wie es ist, darf es nicht bleiben!"

Zusätzliche Informationen